Nairobi – Naivasha
Mit der KLM sind wir in Nairobi gelandet und fahren vom Flughafen aus direkt zum Boulevard-Hotel, wo wir die erste Nacht verbringen, bevor wir die Afrika Expedition Kenia Safari beginnen.
Zuvor waren bereits die letzten Vorbereitungen am LKW getroffen und zusammen mit unserem kenianischen Koch Abraham das Packen der Ausrüstungsgegenstände vorgenommen. In fröhlicher Stimmung und guten Mutes brechen wir am nächsten Morgen auf und verlassen Nairobi in Richtung Naivasha-See. Wir gelangen zunächst zur Abbruchkante des Ostafrikanischen Grabens und an einem Aussichtspunkt bietet sich uns ein fantastischer Blick auf die gigantische Landschaft des Riftvalleys und den fast 2.700m hohen Longonot-Krater. Es dauert nicht mehr lange und wir sehen den Naivasha-See am Horizont liegen.
Am Ufer des Sees, unter großen, schattigen Akazienbäumen, schlagen wir zum ersten Mal unsere Zelte auf.
Ein vielstimmiges Vogelkonzert empfängt uns, Meerkatzen und Colobusaffen schauen neugierig zu. Unüberhörbar aber vom See herüber das durchdringende Schreien der Seeadler und das Prusten der Hippos. Abends kommen vereinzelt Hippos aus dem See und grasen ungeniert vor unseren Augen. Auf der Campsite gibt es auch eine urige Kneipe, die wir uns natürlich unbedingt mal aus der Nähe ansehen müssen.
Naivasha - Masai Mara
Die ursprünglich geplante übliche Strecke vom Naivasha-See zu unserem nächsten Ziel, dem Masai Mara-Nationalreserve, führt über eine relativ gute Asphaltstraße nach Narok.
Da man uns bereits in Nairobi berichtet hat, dass es dort erhebliche Behinderungen durch Baustellen gibt, wollen wir über Pistenstrecken versuchen, erst vor Narok die Asphaltstraße wieder zu erreichen. Wir fahren also zunächst bis fast zur Südspitze des Sees, dann entlang der Südgrenze des Hells Gate- Nationalparks und sind guter Dinge, uns richtig orientiert zu haben. Orientierungspunkte sind zunächst der Longonot und der Suswa Krater und zu guter Letzt geht es nur noch nach Gefühl - kurz und gut, wir sind von der gewünschten Piste abgekommen, auf staubigen und teils holprigen Wegen durch eine einsame, interessante Landschaft gebrettert, haben einige winzige Dörfer durchfahren, hin und wieder nach dem Weg gefragt, aber keinen vernünftigen Hinweis bekommen, außer: „that way is not so far“.
Aber wir treffen viele interessante Menschen, viele Kinder, die uns vom Schulhof aus zuwinken und schreiend und grölend nachrufen.
In der staubigen Gegend unter einem Schattenbaum legen wir eine Mittagspause ein und werden sofort von Menschen, die hier ihr Vieh hüten, bestaunt.
Nach mehreren Stunden treffen wir zwischen den Orten Suswa und Ntulelei auf die lang gesuchte Asphaltstraße - bald danach erreichen wir Narok. Einige Einkäufe sind fällig und ein Straßenhändler mit einer Schubkarre, voll beladen mit herrlichen Obstsorten, zieht uns magisch an, denn diese Gelegenheit – wahrscheinlich die letzte für längere Zeit – wollen wir uns nicht entgehen lassen.
Nach unserer großen Verspätung ist klar, dass wir die Masai Mara heute nicht mehr erreichen können und finden kurz hinter der Stadt in den Plains an einem verlassenen Straßenbaucamp einen geeigneten Platz zum Campen. Ein Masai in typischer Stammestracht taucht auf und bietet sich als Watchman an. Wir sind nicht dagegen – schaden wird es sicher nicht.
Narok-Camp - Masai Mara
Am nächsten Morgen geht es auf zunächst sehr guter Asphaltstraße weiter Richtung Masai Mara-Reservat (1.540 qkm). Am Gate, das wir nach ca. 4 Stunden erreichen, mündet die Straße dann in die übliche Sandpiste. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Bevor wir weiterfahren, müssen wir uns noch die Souvenirs der geschäftstüchtigen Masaifrauen, die den Lkw belagern, anschauen.
Wir sind gespannt, was uns dieses riesige, weltbekannte und berühmte Wildreservat zu bieten hat. Man darf erwarten, die gesamte Vielfalt und den Artenreichtum der afrikanischen Tierwelt zu Gesicht zu bekommen. Auf seinen Grassavannen, die in sanfte Hügel eingebettet sind, herrscht noch der gleiche paradiesische Überfluss an Wildtieren wie vor gut 100 Jahren, als die ersten europäischen Großwildjäger hier durchzogen.
Der Park hat seinen Namen vom Marafluss, der hier in unzähligen Windungen fließt. Er führt ganzjährig Wasser und schwillt in der Regenzeit zu einem reißenden Fluss an.
In dieser Zeit beginnt die spektakuläre Gnuwanderung, die Millionen durstiger Tiere aus der ausgetrockneten Serengetisteppe Tansanias anlockt. An der Grenze des Parks, am Sandriver-Gate, unweit der Grenze zu Tansania, haben wir für zwei Nächte ein herrliches Camp am Ufer des Sandrivers unter einigen großen Leberwurstbäumen.
Der Fluss, der ausreichend Wasser für eine dringend erforderliche Erfrischung führt, ist mit großen Felsbrocken übersät, über die man trockenen Fußes das andere Ufer erreichen kann. Die Felsbrocken bilden oft kleine Bassins, die man als Naturbadewannen benutzen kann.
Am nächsten Tag machen wir zwei größere Gamedrives, bei denen wir tatsächlich fast alle „gängigen“ Tierarten zu sehen bekommen, vor allem die „Big Five“ (leider ohne Leopard).
Bei der Rundfahrt statten wir der altehrwürdigen Keekorok-Lodge, der ältesten Lodge Kenias, einen Besuch ab. Wir genießen von der Terrasse aus den Blick auf die schöne Gartenlandschaft. Bei der Rückfahrt vom Gamedrive haben wir plötzlich Probleme mit dem Anlasser bzw. der Batterie des LKWs.
Wir versuchen einige Zeit, das Problem zu lösen, aber es zeichnet sich bald ab, dass wir es hier in der Wildnis ohne Spezialwerkzeug bzw. Ersatzteile nicht beheben können und uns irgendwie nach Kisumu durchschlagen müssen. Ab sofort, also schon vor der Abendpirsch, war Anschieben des LKWs angesagt, das bei so vielen „Schiebern“ kein allzu großes Problem ist, weil man den LKW nur wenige Meter bewegen muss, bis der Motor anspringt. Man muss ab sofort darauf achten, dass der LKW beim Parken möglichst eine leichte Hanglage hat, um das Anschieben zu erleichtern.
Masai Mara - Kisumu/Victoria See
Die Weiterfahrt geht also mit dem besagten Schieben los und es geht auch erwartungsgemäß problemlos von statten. In nordwestlicher Richtung verlassen wir die Masai Mara am Ololola-Gate über eine gute, aber zunächst steile Serpentinenpiste in Richtung Kisumu. Ab Kilgoris gibt es Asphalt bis Kisii, der aber so mit Schlaglöchern übersät ist, dass wir uns die bisherige Sandpiste wünschen.
Die Landschaft hat sich seit der Mara sehr verändert, alles ist viel grüner, dicht besiedelt mit kleinen Dörfern, hin und wieder Hütten, auch teilweise tolle Ziegelhäuser und Massen an Menschen. Die Kinder winken und rufen „Mzungu“ und „Jambo“.
Mit einer Fläche von ca. 70.000qkm ist der See der drittgrößte der Welt (etwa die Größe Irlands), ca. 90 m tief und das größte Süßwasserreservoir Afrikas, durch das der Nil (Victoria-Nil) gespeist wird. Der Anteil Kenias am See beträgt gerade mal ca. 3.800 qkm (18%). Er ist sehr fischreich, die Hauptarten sind Nilbarsch und Tilapia.
Wir suchen nach einem geeigneten Campingplatz. Den früheren Platz gibt es nicht mehr, dort liegt jetzt die Lodge „Kiboko Resort“, unmittelbar am Seeufer. Neben normalen Zimmern im Haupthaus verfügt das Resort auch über exklusive, bungalowartige Zelthäuser im Garten, die auf Betonpfählen stehen.
Auf der Hotelwiese ist zelten verboten, aber nachdem wir unsere Lage mit dem dringend reparaturbedürftigen LKW schildern, deshalb nicht weiterfahren können und auch kein anderer Campingplatz zur Verfügung steht, lässt man uns unter der Bedingung Zelte aufstellen, dass wir alle 4 Zeltzimmer mieten. Diese sind zwar sehr teuer, aber wir haben keine andere Wahl. Unsere Küche dürfen wir aber zur Vorbereitung des Abendessens auf einem Vorplatz aufbauen.
Frühstück im Resort ist im Preis inbegriffen. Einige von uns stellen also neben den Bungalows die Zelte auf. Nach dem Aufbau der Küche müssen wir uns um den LKW kümmern, der noch immer nicht anspringt. Die Untersuchungen mit einheimischen Autoelektrikern bringen nichts.
Wir ordern daher telefonisch bei Mercedes in Nairobi eine neue Lichtmaschine, die am nächsten Tag mit dem täglichen "Mercedes-Lieferservice geliefert werden soll. Dieses Teil ist schließlich als Fehlerquelle eingestuft worden. Ein kleiner Lichtblick für den nächsten Tag?
Im Garten des Resorts gibt es einen schönen Schwimmingpool, einige Schritte vom See entfernt.
Unweit der Poolanlage können wir am Seeufer die Fischer vom Stamm der Luo bei der Rückkehr ihrer Boote vom Fischfang beobachten und zusehen, wie sie ihren Fang weiter verarbeiten.
Kisumu - Kakamega Forest
Da das Ersatzteil morgens nicht wie vereinbart aus Nairobi ankommt, beschließen wir, schon mal zu unserem nächsten Etappenziel, dem 70km entfernten Kakamega-Nationalpark zu fahren und dort unser Camp zu errichten um nicht unnötig Zeit durch Warten zu verlieren. So können wir die Wartezeit nutzen und etwas unternehmen, während Friedhelm dann früh am nächsten Morgen nach Kisumu zurückfährt, um das Ersatzteil einbauen zu lassen. Die Campsite liegt auf einer Lichtung mitten im Wald, ein romantischer Platz, um die Tage hier genießen zu können. Wir bleiben drei Nächte im Park.
Der Kakamega-Forest (1.500–1.700m ü.NN) ist eines der interessantesten Regenwaldschutzgebiete Ostafrikas und ein Überbleibsel aus der Zeit vor der Abholzung tropischer Regenwälder. Der Park beheimatet viele Tier- und Pflanzenarten, die sonst nur im westlich gelegenen Kongobecken vorkommen – ca. 360 Vogelarten, viele Amphibien und Reptilien und ca. 120 Baumarten. Mit einem Guide unternehmen wir zunächst eine Wanderung auf einem „NatureTrail“ durch den Dschungel. Riesenbäume mit Brettwurzeln, Würgefeigen, Stachelbäume, tolle Pflanzen, Blumen, Baumpilze und viele Tiere – Blue Monkeys, Rotschwanzaffen usw. gibt es hier zu sehen.
Eine weitere Wanderung am Nachmittag mit unserem Führer Patrick führt uns durch eine waldreiche Gegend zu dem romantisch im Dschungel gelegenen eindrucksvollen Isiukhu-Wasserfall - Isiukhu bedeutet soviel wie Ort der Geister -.
Friedhelm und die Mitfahrer kommen irgendwann abends von Kisumu mit einer neuen Lichtmaschine zurück, womit der Fehler aber trotzdem nicht behoben ist. Immer noch weiß keiner, woran es liegt, aber es bedeutet, dass wir weiterhin bis zum bitteren Ende den LKW werden anschieben müssen. Die letzte Nacht im Dschungel liegt vor uns.
Kakamega - Mt.Elgon Nationalpark
Wenn also weiter nichts mit dem LKW passiert, kann die Tour wie geplant fortgesetzt werden. Nächstes Ziel ist nun der Mt.Elgon-Nationalpark. Nach 80km erreichen wir Kitale, eine typisch afrikanische, überbevölkerte Stadt (1890m) in einer schönen Landschaft der Vorberge des Elgonmassivs gelegen. Sie scheint nur aus Markt zu bestehen.
Mein Hemd ist zerrissen und wir steuern zu Viert einen der vielen Schneider an, die mit ihrer „Original-Singer-Nähmaschine“ am Straßenrand sitzen und auf Kunden warten. Zur Gaudi aller Anwesenden ziehe ich gleich auf der Straße am Stand mein Hemd aus und warte mit nacktem Oberkörper auf einem Schemel sitzend auf das Ergebnis der Reparatur.
Es gibt viel zu lachen. Über den Arbeitslohn von 50 KSH kann man nicht meckern. An einer Duka nehmen wir noch Erfrischungen und Snacks.
Der Mt.Elgon ist mit 4.320m der zweithöchste Berg Kenias. Diese Höhe sieht man ihm nicht an, denn durch seine flachen Flanken wirkt der Kegel, der an seiner Basis einen Durchmesser von 100km hat, viel niedriger. Die Caldera hat einen Durchmesser von 8km, über die die Grenze zwischen Kenia und Uganda verläuft.
Das Wetter am Berg ist durch seine Nähe zum Victoriasee unberechenbarer und feuchter als z.B. am Mt. Kenia. In den Nächten sinken in den höheren Lagen die Temperaturen stets unter den Gefrierpunkt und auch mit starken Regenfällen muss man jederzeit rechnen.
Die Formalitäten am Chorlim-Gate verlaufen ohne Probleme und wir ordern für den nächsten Tag einen bewaffneten Ranger, der uns auf der Wanderung zu den Höhlen des Mt.Elgon führen soll und muss, denn im Nationalpark darf man nicht ohne Führer wandern. Der Ranger wird uns am nächsten Morgen im Camp abholen.
Unser Camp liegt mitten im Wald auf einer größeren Lichtung mit einem kleinen Bach. Es gibt eine strohbedeckte Rundhütte mit Kochstelle, in der wir unsere Küche einrichten. Der Platz in der Hütte reicht noch gerade für die Tische und Bänke. Hier setzen wir uns auch abends neben der wärmenden Kochstelle zusammen, da es draußen in einer Höhe von über 2150 m empfindlich kühl wird. Wir stellen uns jedenfalls auf eine sehr kalte Nacht ein.
Pünktlich am nächsten Morgen holt uns der Parkranger mit einem Gewehr bewaffnet ab und wir brechen zu unserem Fußmarsch zu den bekannten Höhlen Kitum (Elefantenhöhle) und Mihengueni auf.
Zunächst geht es über einen breiten Wirtschafts- bzw. Forstweg. Rechts und links in den Baumwipfeln sehen wir große Gruppen von Colobusaffen, die bei unserem Auftauchen panikartig von Ast zu Ast und Baum zu Baum „fliegen“.
Kurz bevor wir die Kitumhöhle erreichen, fängt es heftig zu regnen an und ziemlich durchnässt klettern wir über Stock und Stein die letzten Meter zur Höhle hinauf.
Der Eingang ist knapp 50m breit, aber ziemlich niedrig, dafür reicht sie aber ca. 150m in den Berg hinein und öffnet sich am Ende in einer große Kammer. Mit Taschenlampen wandern wir in das Innere dieser großen Höhle und treffen auf einen Ruheplatz von Millionen von Fledermäusen, die mit gelbleuchtenden Augen und lautem Geschrei an der Höhlendecke zu kleben scheinen.
Wir sind beeindruckt von diesem gigantischen Naturschauspiel. Diese Höhle wird auch des Öfteren von Elefanten aufgesucht, die hier an bestimmten Felsen salzhaltige Stellen, sog. Lecken, suchen, an denen sie wie auch alle Säugetiere ihren lebensnotwendigen Salzbedarf decken. Es hört bald auf zu regnen und wir setzen unsere Wanderung zur nächsten Höhle, der Mihengueni, fort, die gleichermaßen eindrucksvoll ist und vor deren Eingang (30m hoch) ein kleiner Wasserfall herunter rieselt.
Auf dem Rückweg haben wir mit einer schlammigen Piste zu kämpfen und der hartnäckige, schwarzrote Matsch baut sich unter den Schuhsohlen auf und man hat das Gefühl, dass man immer größer wird. Es wird bestimmt eine Heidenarbeit sein, die Schuhe wieder sauber zu bekommen. Zurück im Camp erfahren wir, dass es auch hier kurz aber heftig geregnet hat. Die Nacht war wie prophezeit sehr kalt und bei einigen von uns war durch den Regen Wasser ins Zelt gelaufen - also alles in allem ein ungemütlicher Abend.
Mt.Elgon - Eldoret - Kabernet - Baringo See
Dies wird heute ein langer Fahrtag, denn wir wollen möglichst heute noch den Baringo-See erreichen, weil wir wegen der Reparaturaktion etwas Zeit verloren haben. In dem größeren Ort Eldoret müssen wir noch unsere Vorräte ergänzen. Wir parken im Zentrum am Straßenrand und gehen zum Einkaufen.
Einige der am LKW Zurückgebliebenen lassen sich die auf der Wanderung am Mt. Elgon verdreckten Schuhe von Straßenhändlern, die direkt neben dem geparkten LKW ihren Stand haben, säubern. Das ist eine willkommene Gelegenheit, sich vor der Arbeit zu drücken. Das ist eine Mordsgaudi. Langsam wird es Zeit zum Aufbruch. Zum Glück geht es jetzt nur noch über eine gute, aber kurvenreiche, hügelige Asphaltstraße. Wir fahren über Iten und Tambach, immer bergauf und bergab. Wir erklimmen das Elgayo-Escarpment, fahren dann hinunter in das Kerio Valley und überqueren den eindrucksvollen Canyon des Kerioflusses.
Wieder steigt die Straße zu dem größeren Ort Kabernet, malerisch in den Tugen-Hills gelegen, an. Bald sehen wir den Baringo-See in der Ferne liegen.
Ankunft am Baringo-See (Roberts Camp) am Spätnachmittag, gerade noch rechtzeitig, um in Ruhe die Zelte aufzubauen und die Küche herzurichten. Den ganzen Tag über war es extrem heiß und das blieb hier auch so. Zum Glück gibt es am See diesmal keine Mücken.
Neben der Campsite liegt die Baringo Club-Lodge, die über einen herrlichen Garten mit Swimmingpool verfügt. Die beiden Grundstücke sind mit einer Gartentür verbunden, durch die Campinggäste den Park betreten dürfen und gegen Gebühr auch den Pool. Dieses Angebot kann man sich nicht entgehen lassen - Erfrischung und Sonnenbad sind angesagt.
Für den nächsten Morgen buchen wir eine Bootsfahrt mit Führer auf dem Baringo See, um die hier lebenden Tiere, vor allem Vögel, Krokodile und Hippos aus der Nähe beobachten zu können. Es ist ein eindrucksvolles Erlebnis, in der Stille des Morgens mit dem Boot am Ufer des Sees entlang zu gondeln - es gibt sehr viel zu sehen.
Hauptattraktion ist jedoch das Anfüttern eines Schreiseeadlers, der auf einem weit entfernt liegenden Baum sitzt und darauf wartet, dass man einen Fisch für ihn ins Wasser wirft. Ein Einheimischer in einem Binsenboot präpariert einen toten Fisch, indem er ihn mit Stroh oder Korkstücken ausstopft, damit er im Wasser nicht untergeht. Bevor er den Fisch ins Wasser wirft, ruft er den Adler und sofort kommt dieser angeflogen und greift sich den auf der Oberfläche des Sees schwimmenden Fisch.
Baringo See - Shaba Nationalpark
Vom See aus geht die Fahrt in östlicher Richtung weiter entlang des Nordufers des Sees. An einem Aussichtspunkt haben wir noch mal einen herrlichen Blick auf den See, bevor es Richtung Maralal weiter geht – a long, strong drive durch eine tolle Panoramalandschaft.
Etwa 20 km vor Maralal an einer Einmündung biegen wir Richtung Wamba und Archers Post ab. An der Kreuzung machen wir unsere Mittagsrast und sind bald von Kindern in Schuluniform, die aus dem Nichts plötzlich auftauchen, umringt. Ihr besonderes Interesse gilt unseren Digitalkameras, da sie sich plötzlich auf den Displays wiederfinden.
Auf guter Piste fahren wir durch eindrucksvolle Baumsavanne, eingebettet in eine einzigartige Berglandschaft. Ein weiterer markanter Punkt ist die Einmündung unserer Piste in den „East-Africa-Highway“, unmittelbar an dem Felskegel des Olokwe-Berges.
Nun dauert es nicht mehr lange, bis wir das Dorf Archers Post am Eingang zum Samburu-Reservat erreichen. Wir müssen noch einiges einkaufen und bei dieser Gelegenheit für eine Mitreisende, die uns bereits morgen verlässt, ein Matatu ordern. Morgen früh um 6 Uhr muss sie nach Nairobi zu ihrem Flieger. Dann erreichen wir das Natorba-Gate des Shaba-Reservats. Es erstreckt sich in den staubigen Ebenen zwischen den Nyambeni Hills (2.514 m) im Süden und dem Ewaso Ngiro-Fluss, der die gesamte Nordgrenze des Reservats bildet. Der Fluss ist von mächtigen Doumpalmen und Akazien gesäumt.
Es ist schon später Nachmittag und nach den Formalitäten fahren wir gleich weiter zur Funan-Campsite am Fuße des imposanten Shaba-Hills (1622 m). Zwei bewaffnete Ranger heuern wir als Guides und Watchmen an und nehmen sie gleich vom Gate aus mit, da die Campsite mitten in der tierreichen Wildnis liegt, ein romantischer Platz mit vielen Schatten spendenden Bäumen und einer kleinen Quelle, deren Umgebung wir in einem kleinen Spaziergang erkunden.
Rund um das Camp sehen wir Antilopen, Giraffen, Nimmersattstörche, Warzenschweine. Elefanten kommen diesmal leider nicht hierher. Wir machen einige Pirschfahrten und sehen viele Tiere.
Die Pisten sind teilweise sehr eng und unwegsam und sowohl wir als auch der LKW haben viel auszuhalten, vor allem durch hereinragende dornige Zweige und dicke Äste. Kleine Verletzungen sind nicht zu vermeiden. Der Gamedrive führt uns auch zu der sehenswerten Shaba-Sarova-Lodge, die in einer herrlichen Gartenanlage direkt am Ewaso Ngiro-Fluss liegt. Der große Swimmingpool lockt uns an und bald sind alle im Wasser. Auch hier im Park bleiben wir zwei Nächte.
Wir verlassen das Shaba-Reservat im Süden über das Shaba Gate, um über einen „Shortcut“ den Meru Park zu erreichen. So ersparen wir uns die viel längere Hauptstrecke über Isiolo, Meru-Stadt und Maua. Die Landschaft ist nach der langen Dürre in dieser Gegend sehr ausgetrocknet und sowohl die Wildtiere als auch viele Haustiere sehen sehr abgemagert aus. Häufig sehen wir Tierkadaver.
Dann erreichen wir kurz vor dem Meru-Park einen größeren Ort, in dem wir noch einige Einkäufe tätigen und auf dem Markt Fotos machen wollen. Die Kinder sind auch hier wieder ganz begeistert von den Digitalkameras, in deren Displays sie sich sehen. Viele Kinder begleiten uns auf dem Rundgang und bei der Abfahrt ist der LKW von einer Menschenmenge umringt.
Bald verlassen wir das Dorf unter großem Jubel der Kinder und ungläubigen Blicken der Erwachsenen. Kurz hinter dem Dorfausgang wird die Piste plötzlich sehr eng und schlammig von den starken Regenfällen der letzten Tage und nicht gerade geeignet für die Durchfahrt mit einem LKW. Durch einen Fahrfehler geraten wir mit der linken Seite in die verschlammte Spur, hängen fest und zu allem Überfluss geht auch noch der Motor aus. Diese Situation ist an Dramatik nicht zu überbieten, weil wir den LKW natürlich in dieser Situation nicht anschieben können. Eine zeitlang fuhr ein anderer LKW hinter uns her, der jedoch kurz vor unserem Missgeschick am Ortsausgang des Dorfes nach rechts abgebogen ist. Einer von uns rennt zurück, um den anderen LKW aufzuspüren, damit dieser uns evtl. rückwärts herausziehen kann. Er findet den Driver und dieser ist auch sofort bereit, uns zu helfen. Zweimal reißt das dicke Hanfseil, dann versuchen wir es mit einem Stahlseil und es klappt. Der LKW steht nun wieder auf festem Untergrund und wir schieben ihn wie üblich an und versuchen erneut, das Schlammloch zu überwinden, indem wir mit den Rädern die linke Böschung und den erhöhten festen Mittelsockel anpeilen.
Wir schaffen es und über die immer noch gefährliche, viel zu enge Piste mit weiteren kleinen Schlammstellen erreichen wir schließlich das Bisanadi-Gate im Norden des Meru Parks (400-500m ü.NN). Der Park besteht aus Grassavannen, Busch- und Galeriewäldern, Sumpfgebieten und Flusslandschaften. 15 Flüsse, die alle am Mt. Kenia entspringen, durchziehen den Park und fließen in den Tanariver, Kenias größten Fluss. Hier am Bisanadi-Gate wird von einem Parkranger nur das Autokennzeichen notiert, die eigentlichen Formalitäten für den Parkaufenthalt müssen wir am Haupteingang des Parks, dem Murera-Gate, erledigen. Wir sind gerade ein paar Minuten gefahren, als neben der Piste ein einzelner, riesiger Elefantenbulle auftaucht und eine drohende Haltung annimmt, in dem er trompetet, mit den Füßen stampft und seinen Kopf hin und her wiegt.
Wir warten ab, bis er sich beruhigt und schließlich davon macht. Am Murera-Gate erledigen wir die Formalitäten, was relativ schnell über die Bühne geht.
Für den nächsten Morgen um 6.00 Uhr war eigentlich der erste Gamedrive durch den wildreichen Park geplant. Aber genau zu der geplanten Abfahrtszeit bricht die Sintflut über uns herein. Starker Regen hält fast 3 Stunden unvermindert an. Danach stehen große Teile des Campplatzes völlig unter Wasser und fast alle Zelte sind mehr oder weniger überflutet.
Nun herrscht großes Chaos, denn alle Sachen aus den Zelten müssen mühsam geborgen und zum Trocknen ausgelegt bzw. aufgehängt werden. Dann wird es ein wenig besser und bei leichtem Nieselregen können wir notdürftig frühstücken. Da auch die Wege jetzt keinesfalls befahrbar sind, ist heute an eine Pirschfahrt nicht mehr zu denken. Wir müssen alles auf morgen früh verschieben.
Am Abend nach dem Dunkelwerden gibt es plötzlich eine riesige Ansammlung von fliegenden Insekten, die vom Licht der Lampen und des Kochfeuers angelockt werden – der Beginn des Hochzeitsfluges der Termiten.
Im Innern des Termitenhügels liegt das Fortpflanzungsorgan der Kolonie: Die Kammer mit der Termitenkönigin, dem einzigen fruchtbaren Weibchen. Wie am Fließband produziert die Königin während ihres Lebens (etwa 30 Jahre) alle drei oder vier Sekunden ein Ei. Langsam werden die Flugbewegungen immer weniger und das gesamte Camp ist mit toten Termiten übersät. Der Tisch, die Kochstelle – einfach alles....
Am nächsten Morgen scheint der Platz ziemlich abgetrocknet zu sein. Beim Rundgang durch das Camp stoßen wir auf einige interessante nächtliche Besucher, die sich offenbar auch vor dem Regen verkrochen haben.
Um die verschobene Pirschfahrt heute zu beginnen, müssen wir den LKW natürlich wieder anschieben aber nach wenigen Metern sinkt er wegen des enormen Gewichts im immer noch weichen Untergrund ein.
Da nun ein Anschieben wie schon bei der letzten Schlammaktion vor dem Park bei dieser Situation nicht möglich ist, muss das Auto erst mal mit Winden und Sandschienen freigelegt, hoch gehievt und auf eine solide, ebene Grundlage gestellt werden.
Wir warten also mit der Abfahrt zum Gamedrive bis zum frühen Nachmittag – bis dahin dürfte die Sonne, die sich wieder wie gewohnt zeigt, die Piste ausreichend abgetrocknet haben - hoffen wir! Dann ist es endlich so weit und die Rundfahrt kann beginnen. Wir sehen viele Tiere und genießen die abwechslungsreiche Landschaft.
Am nächsten Morgen starten wir die Rückfahrt nach Nairobi. Die Piste hinter dem Murera-Gate Richtung Maua ist teilweise erst im Rohbau fertig, so dass wir uns auf einer engen, schlammigen Nebenspur vorwärts quälen müssen. Dann gibt es ein kurzes Stück mit neuem Asphalt und wir denken schon, dass es nun so bleiben wird. Leider bleibt es nicht wie erwartet und die alte, frühere Rumpelpiste muss jetzt wieder herhalten, bis wir bei Maua dann endlich die Hauptstraße zur Stadt Meru erreichen, auf der wir dann zügig voran kommen. Mit einigen Stops – ein längerer Stop mit Imbiss am Äquator - erreichen wir ohne weitere Zwischenfälle Nairobi.
Die verbleibende Zeit verbringen wir mit einem ausgiebigen Stadtbummel, bei dem wir die letzten Souvenirs einkaufen und vor allem der großen Markthalle in Nairobi einen Besuch abstatten.





















































































































































